Segelmacherei Tuchwerkstatt
Sebastian Hentschel
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Peregrine

Peregrine

Die Ostseedschunke

PEREGRINE (engl. Wanderfalke) entstand als Einzelneubau über einen Zeitraum von 3 ½ Jahren in den Hallen der Museumswerft in Greifswald. Ich habe Sie als einmastige Dschunke mit einer Segelfläche von 80m² getakelt.

PEREGRINE ist 37 Fuß / 11,30m lang. Die grösste Breite an Deck beträgt 3,50m und der Tiefgang liegt bei ca. 1,85m. Die Rumpfform stammt aus Schottland und wurde zw. 1850-1905 unter der Bezeichnung Loch Fyne Skiff rund um den gleichnamigen Fjord an der schottischen Westküste auf Höhe Glasgow in großer Stückzahl gebaut.

Die Pläne für den Bau von PEREGRINE stammen aus einer älteren Ausgabe des inzwischen eingestellten englischen Bootsmagazins THE BOATMAN und wurden von Mike Smylie, dem Eigner eines erhaltenen Skiffs dieser Größe veröffentlicht.

Die Boote waren ursprünglich als offene Fischerboote mit Lugger-Segeln unterwegs und ob ihrer Schnelligkeit berühmt. So diktierten sie als erste Schiffe im Hafen oft die Preise auf den Heringsmärkten.

Das Rigg von PEREGRINE wurde von dem Norweger Victor Winterthun gezeichnet. Der Mast ist aus massiver Douglasie gefertigt, 14m LOA und wiegt 300kg.
Das Schiff kommt durch das vorbalancierte Großsegel ohne Vorsegel aus – 80m² verteilt auf 8 profilierte Panelle zwischen starren Segellatten aus großzügig dimensioniertem Aluminiumrohr.
Die Rah hat schon mehrere Entwicklungsstadien durchlaufen. Die erste Aluminiumkonstruktion hatte auf dem Skagerrak den Geist aufgegeben, die anschließend gebaute zweite Variante aus hohl verleimter Kiefer + Glasfasergelege erwies sich als zu schwer. Da eine Carbonrah – auch wegen der verschiedenen Druckpunkte - noch jenseits der bezahlbaren Möglichkeiten liegt, gibt es nun wieder eine Aluminiumrah. Zusätzlich haben wir extra große Blöcke mit 200mm Scheiben gebaut und eine optisch passende elektrische Winsch aufgetrieben. Nun sollte das Segelgewicht inkl. Latten und Rah von ca. 150kg beherrschbar sein.

2005 ging unsere erste grosse Reise hinauf nach Norwegen auf Besuch zum Riggkonstrukteur Victor in Stord, südlich von Bergen. Eine spannende zehnwöchige Reise mit vielen Begegnungen, die hier zu erzählen die Seite sprengen würde.

2006 verschlug uns der Wind in den schwedischen Kalmarsund und auf der Rückreise konnten wir in Rostock auf der Hanse-Sail den Sieg in der Klasse der einmastigen Traditionsschiffe verbuchen! Danke an Steuerfrau Nora!

2007 war ein eher ruhiges Jahr für PEREGRINE. Wir waren vollauf mit unserer neuen Segelmacherei beschäftigt und so blieb nur wenig Zeit für ausgedehnte Reisen. Aber spannende Törns zur Gaffelrigg, zur vernebelten Hansesail und zum Oldtimertreffen nach Stettin fanden dann doch den Weg ins Logbuch.

2008 geht’s wieder Richtung Norden. Wir wollen mit PEREGRINE am internationalen Dschunkentreffen in Stavanger teilnehmen und meine ehemalige norwegische Wahlheimat Hitra besuchen. Dort wird PEREGRINE auch überwintern.